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18. Mai 2007
Vortrag über Sigmund Freud


 
Vortrag: “Sigmund Freud: heute geschätzt und umstritten; gestern verfolgt und verboten“ –
Dr. Regine Lockot (Psychoanalytikerin, Berlin)

Im Anschluss an ein kurzes filmisches Porträt von Sigmund Freud wird seine persönliche Situation vor seiner Emigration aus Wien nach London (1938) geschildert und auf seine Gedanken über das Judentum und die menschliche Aggression eingegangen.
Freuds Überlegungen zum Umgang mit dem NS-Regime werden in Bezug auf die Situation der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft dargestellt, die mit ihrer Anpassung an das Regime zunächst die Hoffnung verband, in einer gesellschaftlichen Nische zu „überwintern“, sich dann aber doch auflösen musste. Während nach dem Krieg in Westdeutschland, unter dem Einfluss der amerikanischen Besatzungsmächte, und unterstützt von starken Persönlichkeiten wie Alexander Mitscherlich, die Psychoanalyse im Gesundheitssystem Fuß fasste, passten sich die wenigen in der DDR verbliebenen Psychoanalytiker dem Regime an. Damit wurde die Psychoanalyse faktisch und ideologisch vernichtet – blieb aber in der Negation, als Feindbild erhalten. Ende der 60ger Jahre wurde sie in privaten Literatur- und Selbsterfahrungszirkeln „wiederentdeckt“.
Der Vortrag endet mit der Frage warum autoritäre Regime Psychoanalyse verboten haben und wie weit die Freiheit des analytischen Prozesses im Rahmen der von der Krankenkasse finanzierten Krankenbehandlung gehen kann.



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