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10. Oktober 2010
Willi Sitte: Blätter zur Malerei


Unsere Galerie ist in den glücklichen Umstand gekommen, von der Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst in Merseburg Leihgaben für eine Personal-Ausstellung des Künstlers zu erhalten. Zum Eichsfeld lassen sich eine Reihe von Anknüpfungspunkten in der Biographie Willi Sittes aufzeigen: Die Eltern verbrachten hier den Großteil ihres Lebens, und der Künstler unterhielt eine Zeitlang ein Atelier im Heinepark in Heiligenstadt. Diese biographischen Bezüge werden in der Ausstellung näher beleuchtet. Die Leihgaben für die Exposition werden in Abstimmung mit der Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst in Merseburg ausgewählt; darunter werden sich auch voraussichtlich seine Widmungsblätter zu bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten befinden. Willi Sitte hat die Blätter gewidmet: Tizian, David, Rubens, Orozco, Ensor, Rodin, Hohelied, Permeke, Ratgeb, Ingres, Le Corbusier, Degas, Tintoretto, Caravaggio, Ernst, Rembrandt, Signorelli, Claudel, Picasso, Michelangelo, Cranach, Courbet, Bernini, Delacroix, Baldung Grien, Corinth, Goya, Grünewald, Raffael und Dürer. Mit dieser Ausstellung will die Galerie in der Burg die Fragestellung nach künstlerischen Impulsen auf Kunstschaffende der DDR aufnehmen und ganz konkret veranschaulichen. Zu den Widmungsblättern werden Informationen zu den verschiedenen Künstlerbiografien und ihre Impulse auf Willi Sittes erstellt. Wir verfolgen mit der Willi-Sitte-Ausstellung eine ähnliche Intention wie bei unserer Ausstellung "Kunst aus der DDR" im vergangenen Jahr: Kunst aus der DDR gehört zum gesamtdeutschen Erbe und ist Teil der deutsch-deutschen Kunstgeschichte von 1945 bis 1989. Auch wenn diese Wertung nach wie vor alles andere als selbstverständlich zu sein scheint, verfolgen wir die Intention einer angemessenen und differenzierten Bewertung unter Vermeidung kunstbetrieblicher Ausgrenzung und politischer Stigmatisierung. Neben Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer gilt Willi Sitte als einer der bedeutendsten Maler der DDR. Wegen seines Bekenntnisses zum Kommunismus und seiner Parteikarriere in der SED lösten seine Werke und Ausstellungen nach der Wiedervereinigung bisweilen öffentliche Diskussionen aus. Bis heute fließen in Kritiken zu Sittes Werken oft nicht nur künstlerische Aspekte, sondern politische Wertungen und Sichtweisen ein. Dennoch sind seine Werke bis heute bei Kunstsammlern und Galerien im Deutschland und in Europa außerordentlich begehrt. Unser Ausstellungsvorhaben korrespondiert zudem mit einer fast zeitgleichen Exposition im Theodor-Storm-Museum in Heiligenstadt, welches Arbeiten Willi Sittes mit Literaturbezug zeigen wird. Ausstellungsdauer: 10. Oktober (17.00 Uhr Eröffnung) bis 19. Dezember Die Ausstellung ist geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr. Für Gruppen sind individuelle Besuchszeiten vereinbar. Gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen und Berlin Biografisches: 1936-1940 Besuch der Kunstschule des nordböhmischen Gewerbemuseums Reichenberg bis 1939; anschließend bis 1940 Studium an der Meisterschule für Malerei in Kronenburg/Eifel. 1941-1945 Kriegsdienst; im Apennin schließt er sich 1944 italienischen Partisanen an und nimmt bis 1945 am antifaschistischen Widerstand zur Befreiung Italiens teil. 1945/46 Freischaffender Künstler in Mailand, danach kehrt Sitte in die Tschechoslowakei zurück. 1947 Übersiedlung nach Halle/Sachsen, wo er der SED beitritt. 1948 Anschluß an die Hallenser Künstlervereinigung "Die Fähre", an deren Ausstellungen sich Sitte beteiligt. Beginn seiner Studien in Industriegebieten und Bergwerken. ab 1950 Mitglied des neugegründeten Verbandes Bildender Künstler Deutschlands. 1951-1986 Dozent an der späteren Hochschule für Industrielle Formgestaltung in Halle. 1959 wird Sitte dort zum Professor ernannt und 1972 zum Direktor der Sektion Bildende und Angewandte Kunst der Hochschule berufen. ab 1964 Als Wendepunkt seines künstlerischen Schaffens wird das Bild "Rufer II" (1964), sowie die Bilder "Leuna 1921" (1965/66), "Warschauer Paar" (1967) und das Polit-Triptychon "Höllensturz in Vietnam" (1966/67) gesehen. Neben Bernhard Heisig * leitet Sitte damit die Erneuerung des großen historisch-politischen Gemäldes ein. 1969 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste der DDR. 1970-1988 Vizepräsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK), ab 1974 Präsident des Verbandes. 1976 Abgeordneter des Kulturbundes in der Volkskammer. 1977 Beteiligung an der "documenta 6" in Kassel. 1979 Verleihung des Nationalpreises I. Klasse der DDR. 1986-1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED. 1988 Wahl zum Ehrenpräsidenten des Verbandes Bildender Künstler der DDR. 1989 gibt Sitte diese Ehrung zurück und beendet jegliche Tätigkeit in dem sich auflösenden Verband. 1990 Nach dem Zusammenbruch der DDR wird Sitte nach eigenen Angaben von früheren Kollegen gemieden und in anonymen Anzeigen beschuldigt. 1992 Sechs Ausstellungen mit Werken Sittes finden in den "alten" Bundesländern statt. 1995 Im Schloß Cappenberg bei Unna findet eine große Werkschau Sittes statt. seit 2001 Korrespondierendes Mitglied der European Academy of Humanities in Paris. Den erstmals vergebenen Kunstpreis der Stadt Halle erhielt Willi Sitte am 27. Oktober 2008 AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG am Sonntag, 10. Oktober, 17.00 Uhr PROGRAMM Begrüßung Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen Grußworte Hans-Hubert Werner, Vorsitzender der Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst (Merseburg) Bodo Ramelow MdL (Fraktionsvorsitzender DIE LINKEi im Thüringer Landtag) für die Rosa-Luxemburg-Stiftung Vortrag „Diesseitigkeit ist das bekannteste Kennzeichen einer realistischen Kunst ...“ (nach Bertolt Brecht) Zu Künstlerkollegen, Menschenbild und Zeitgefühl im Werk Willi Sittes Dr. Hans-Georg Sehrt (Kunsthistoriker AICA, Vorsitzender des Halleschen Kunstvereins) Musik Einladung zum Ausstellungsrundgang


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