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22. März 2009
"Kunst aus der DDR - Meistergrafiken einer privaten Sammlung" Ausstellung vom 22. März bis 28. Juni 2009


 
Zum 60. Jahrestag der Gründung zweier deutscher Staaten und zugleich zum 20. Jubiläum des Mauerfalls zeigt die Galerie in der Burg eine Ausstellung „Kunst aus der DDR“. Zu verdanken ist diese Schau einem in Mitteldeutschland lebenden Kunstsammler, aus dessen großem Fundus an Meistergraphiken wir die Aus-stellung zusammenstellen durften. Kunst aus der DDR gehört zum gesamtdeutschen Erbe und ist Teil der deutsch-deutschen Kunstgeschichte von 1945 bis 1989. Doch scheint diese Wertung nach wie vor alles andere als selbstverständlich zu sein. Bis heute stehen Erscheinungen der kunstbetrieblichen Ausgrenzung und politischer Stigmatisierung einer angemessenen und differenzierten Bewertung im Wege. Der anhaltend schwierige Umgang mit Kunst und Künstlern aus der DDR zeigt sich aktuell am Beispiel der in Los Angeles laufenden Exposition „Kunst und Kalter Krieg“. Diese Retrospektive versucht eine gleichberechtigt integrierende Sicht auf das deutsch-deutsche Kunstschaffen und wird auch in Nürnberg und Berlin zu sehen sein. Doch der Impuls dafür kommt aus den USA und eben nicht aus Deutschland. In unserer Ausstellung in Großbodungen sind Graphiken von 67 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen; die jüngste Arbeit stammt aus dem Jahre 1990, die älteste von 1908. Sie ist der Graphikmappe „Wegzeichen“ entnommen, die anlässlich der Ostberliner Ausstellung „Weggefährten – Zeitgenossen“ zum 30. Gründungstag der DDR 1979 herausgegeben wurde. Spätestens mit dieser Ausstellung wurde – so die kunstgeschichtlichen Standardwerke – eine Neubewertung der kunstpolitischen Maßstäbe eingeleitet. Künstlerische Ausdrucksformen begannen sich vom staatlich propagierten sog. „sozialistischen Realismus“ zu lösen, wie in unserer Ausstellung zu verfolgen ist. Bei aller Vielfalt in künstlerischen Ausdrucks- und Gestaltungsweisen blieb der Kunst in der DDR aber stets eine politische Funktion zugedacht. Wir zeigen in unserer Ausstellung keine Werke politisch missliebiger, oppositioneller Künstler, sondern durchweg Arbeiten anerkannter Namen. Darunter auch solche Künstler, die seit den 1970er Jahren im „Westen“, etwa auf der Kasseler Documenta 1977, große Beachtung fanden und u.a. in der bedeutenden Sammlung Ludwig in Köln vertreten sind. Die Ausstellung will sichtbar machen, dass in der DDR eine differenzierte Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks möglich war. Damit lädt die Galerie in der Burg zum Meinungsaustausch über Parteien und Sozialisationen hinweg ein. Die Zeit sollte dafür reif sein. Künstler in unserer Ausstellung Gerhard Altenbourg, Walter Arnold, Wolfgang E. Biedermann, Linde Bischof, Hermann Bruse, Fritz Cremer, Klaus Dennhardt, Heinrich Ehmsen, Ellen Fuhr, Helmut Gebhardt, Dieter Goltz-sche, Kerstin Grimm, Hans Grundig, Lea Grun-dig, Sabina Grzimek, Herta Günther, Sella Hasse, Rolf Händler, Josef Hegenbarth, Bernhard Heisig, Wilhelm Höpfner, Joachim John, Hans Jüchser, Ingo Kirchner, Otto Knöpfer, Bernhard Kretzschmar, Karl Krug, Paul Kuhfuss, Max Lachnit, Wilhelm Lachnit, Mark Lammert, Gerda Lepke, Ulrich Lindner, Horst Jährling, Alfred T. Mörstedt, Arno Mohr, Rolf Münzner, Andreas Mußmann, Maja Nagel, Otto Niemeyer-Holstein, Philip Oeser, Otto Paetz, Christine Perthen, Thomas Ranft, Robert Rehfeldt, Klaus Roenspieß, Werner Schubert-Deister, Max Schwimmer, Lo-thar Sell, Willi Sitte, Volker Stelzmann, Kurt W. Streubel, Ursula Strozynski, Peter Sylvester, Ruth Tesmar, Harald Toppl, Dieter Tucholke, Werner Tübke, Karl Völker, Falko Warmt, Claus Wei-densdorfer, Werner Wittig, Johannes Wüsten, Heinz Zander, Magnus Zeller, Baldwin Zettl. Ausstellungsdauer: 22. März bis 28. Juni Geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr und nach Absprache Eintritt: 3,- €, ermäßigt 2,- € Zu den Ausstellungszeiten ist auch das Café in der Kemenate für Sie geöffnet. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Eröffnet wird die Ausstellung „Kunst aus der DDR – Meistergrafiken einer privaten Sammlung“ durch den Kunstwissenschaftler Dr. Gunter Nimmich (Berlin) am Sonntag, den 22. März, 17.00 Uhr. Die Ausstellung ist von Sonntag, 22. März bis Sonntag, 28. Juni (Tag der Rose) zu sehen. Geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr. Zu den Ausstellungszeiten ist auch das Café in der Kemenate geöffnet. Eintritt zur Ausstellung 3,- €, ermäßigt 2,- €. Für Gruppen nach Absprache auch andere Termine möglich. Wir bieten einen Einführungsvortrag an. Unser Vorschaubild zeigt: Werner Tübke: Mädchen mit Hut. Pinsel und Kreidelithografie. 1979. Das große Bild zeigt: Bernhard Heisig: Selbstbildnis. Lithografie 1982


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