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23. März 2008
Engel in der Kulturgeschichte


 
„Was früher Engel waren und was Engel gaben, wird vermisst“ – schrieb der Schriftsteller Ernst Jünger 1983. Doch der Himmel öffnete sich, die Engel kamen wieder: Engelwelle, Engelboom, Kultfigur Engel – Engel scheinen überall zu sein. Nach einer Umfrage vom Dezember 2007 glauben fast 70 % der Bevölkerung, daß es Engel tatsächlich gibt. Die Wiedererscheinung der Engelwelt – ob als Kitsch, in Esoterik oder im Medium von Kunst und Dichtung– zeigt etwas an von den seelischen Kosten der funktionalistischen Gesellschaft. Die Engel, die Himmelssehnsucht wird zur „seelischen Chiffre“ individueller Befindlichkeit. Die jüdisch-christliche Engeltradition – Gegenstand dieser Ausstellung - hat ihre Grundlage in der Bibel. Nach ihr sind Engel Boten, durch die Gott dem Menschen etwas mitteilt. Engel als Mittlerwesen zwischen Gott und Mensch sind Jahrtausende altes Kulturgut in den verschiedensten Religionen. Die geläufigen Vorstellungen von den geflügelten Himmelsboten speisen sich maßgeblich aus den christlichen Bildtraditionen vom Mittelalter bis zum Barock. Sie sehen Engel als Himmelsboten, Schutzengel, Verkündigungsengel –Männerengel, Ritterengel, Seelenwäger, verspielte Kinderengel oder antikisierte Mädchenengel. Engel von Cranach, Dürer, Goya, Grünewald u.a.m. Die vernunftgeleitete Aufklärung des 18. Jahrhunderts bezweifelte den Engelglauben grundsätzlich und nahm allmählich den Engeln ihren überschießenden Gehalt als Boten zwischen Himmel und Erde. Die Engel der Moderne zeigen sich als suchende Engel oder gar entsetzte Engel, wie Klees „Angelus Novus“. Engelbilder von Chagall, Dali u.a.m zeigt die Ausstellung. Gedichte und Gedanken über Engel - darunter u.a. Max Frisch, Else Laske-Schüler, Reiner Kunze, Heiner Müller – begleiten Bilder von melancholischen Friedhofsengeln. Ergänzt wird die Ausstellung durch Exponate aus der Engel-Sammlung von Hans-Jürgen Döring, MdL (Worbis) sowie eine Bildtafelausstellung über die Entwicklung des christlichen Engelbildes von der Antike is in die Gegenwart; erarbeitet vom Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz (Speyer). Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Im Rahmen der Ausstellung spricht am Sonntag, 13. April, 16.00 Monsignore Prof. Dr. Konrad Schmidt (Leiter der Kath. Landvolkshochschule Hardehausen): „Der Engel in Dir freut sich über Dein Licht. Auswirkungen unseres Glaubens an die Engel“ Ausstellungsdauer: 23. März (Ostersonntag) bis 12. Mai (Pfingstmontag). Geöffnet: Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18. Uhr. Für Gruppen sind individuell vereinbarte Besichtigungstermine möglich; zudem bietet die Galerie einen kostenfreien Einführungsvortrag an. Zu den Ausstellungszeiten ist auch Café in der Kemenate geöffnet.


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