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14. Oktober 2007
Ausstellung bis 14. Oktober verlängert - Die Heilige Elisabeth von Thüringen - "Erst im Gedächtnis formt sich die Wirklichkeit" - Ausstellung vom 15. Juli bis 3. Oktober


 
Die Heilige Elisabeth von Thüringen: „Erst im Gedächtnis formt sich die Wirklichkeit“ Das Elisabeth-Bild in der Kunstgeschichte Dezentrales Projekt der 3. Thüringer Landesausstellung auf der Wartburg Bis 14. Oktober, Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr, für Gruppen auch andere Termine möglich Wir danken für freundliche Unterstützung dem Landkreis Eichsfeld, der Kulturstiftung der Kreissparkasse Eichsfeld und den Eichsfeldwerken Eröffnung durch den Landrat des Landkreises Eichsfeld, Dr. Werner Henning am Sonntag, den 15. Juli um 17.00 Uhr Das Programm der Eröffnung finden Sie in der Rubrik: Veranstaltungen Thüringen erinnert in diesem Jahr an die Heilige, welche den Namen des Landes trägt: Elisabeth Landgräfin von Thüringen (1207-1231). Die Galerie in der Burg ist als einziges dezentrales Projekt im Eichsfeld an der Landesausstellung beteiligt. In unserer Exposition wollen wir uns auf die Frage konzentrieren, wie und warum wurde und ist die Hl. Elisabeth zu einem Kristallisationspunkt im deutschen und europäischen kollektiven Gedächtnis geworden. Und wir versuchen darzustellen, wie sich der Bedeutungsgehalt dieses Sinnbilds christlicher Lebensführung im Laufe der Geschichte bis zur Gegenwart hin verändert hat. Diese Fragestellung verfolgen wir anhand der bildnerischen Darstellung der Hl. Elisabeth. Gezeigt werden u.a. auch die erstplazierten Entwürfe des Bundeswettbewerbs "Eine Münze für Elisabeth". Der Siegerentwurf wird auf der im Herbst erscheinenden 10-Euro-Gedenkmünze abgebildet sein. Biographisches: Die vor 800 Jahren in Ungarn geborene Königstochter wurde im Alter von etwa vier Jahren mit dem Thronfolger des thüringer Landgrafengeschlechts verlobt und noch im Kindesalter auf die Wartburg gebracht, wo sie fern von ihren Eltern und dem familiären Umfeld in der Obhut ihrer künftigen Schwiegereltern aufwuchs. Der gebildete und musisch interessierte Landgraf Hermann I. (um 1155-1217), Vater ihres späteren Ehegatten, initiierte nicht nur den Sängerstreit auf der Wartburg, sondern machte die bei Eisenach gelegene Burg im hohen Mittelalter zu einem Anziehungsort für so namhafte Dichter wie den Verfasser des „Parzival“, Wolfram von Eschenbach (um 1160/80-1220), und den höfischen Minnesänger Walther von der Vogelweide (um 1170-1228). Mit 14 Jahren heiratete Elisabeth den sieben Jahre älteren Ludwig (1200-1227), der nach dem Tode seines Vaters 1217 thüringischer Landgraf wurde. Ludwig war Elisabeth vom Kindesalter an vertraut, sie nannten sich liebevoll Bruder und Schwester. Historisch verbürgt ist, dass beide eine glückliche, wenn auch durch den jähen Tod ihres Mannes nur kurze Ehe verlebten, aus der drei Kinder (geboren 1222, 1224 und 1227) hervorgingen. Unterstützt von ihrem Gatten galt die Fürsorge der Landgräfin den sozial Schwachen, Kranken und den Ausgegrenzten. Nicht als aufgesetzte adlige Attitüde, sondern als Konsequenz ihres fest verinnerlichten christlichen Glaubens und einer daraus abgeleiteten Lebensführung. Ihr soziales Umfeld empfand dies als Kritik am höfischen Leben und feudalen Lehnswesen; eine zunehmende gegenseitige Entfremdung war die Folge. Auf der Wartburg musste die gottesfürchtige Elisabeth die Nachricht vom Tod ihres Mannes entgegennehmen, der 1227 während des Aufbruchs zu einem Kreuzzug im apulischen Otranto umgekommen war. Dadurch in eine innere Krise gestoßen, wurde Elisabeth eine weitere Zäsur in ihrem noch so jungen Leben aufgezwungen: Die unübersehbare Abkehr von der höfischen Adelswelt und ihre radikale Hinwendung zu einem tiefreligiösen, ausschließlich der Nächstenliebe gewidmeten Leben führte nun zum Bruch mit ihrem Schwager, dem für Elisabeths minderjährigen Sohn regierenden Heinrich Raspe (1204-1247). Die erst 18-jährige Elisabeth musste mit ihren Kindern die Wartburg verlassen, die sie zeit ihres Lebens nicht mehr betreten sollte. Ihr Schwager zog die Witwenversorgung ein, sodass Elisabeth mittellos war. Seit 1226 war der rigorose Kreuzzugsprediger und päpstliche Inquisitor Konrad von Marburg (um 1180/90-1233) Elisabeths Beichtvater. In seine persönliche Obhut begab sie sich in dieser Situation. Konrad – vom Papst zum Vormund Elisabeths autorisiert - handelte mit dem neuen Landgrafen eine Abfindung und die finanzielle Versorgung der Witwe aus. Elisabeth übersiedelte mit ihm in das hessische Marburg, wo sie mit Geld und Land aus ihrem Wittum ein Hospital gründete und sich dort selbst aufopfernd der Krankenpflege widmete. Nur 24 Jahre alt wurde Elisabeth von Thüringen, die sich wahrscheinlich bei der Krankenpflege eine tödliche Infektion zugezogen hatte und in Marburg in der Nacht vom 16. zum 17. November 1231 starb. Ausstellung bis zum 3. Oktober, geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18.00 oder nach Vereinbarung. Ein Einführungsvortrag ist buchbar


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