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05. Mai 2006
"Gefährliche Machwerke" - Zeitschriften und Bücher der DDR-Opposition


 
„Worte können eine Macht werden. Vernichtend wie ein Sturmwind, der ein Lufthauch ist wie das Wort. Leicht kann das Wort stärker werden, als eine Tat…“ (Fritz Mautner) Mit dieser Ausstellung wird erstmals eine systematisch erschlossene, repräsentative Auswahl an Samisdat-Erzeugnissen der DDR-Opposition im Original gezeigt. Die wichtigsten und typischen Objekte des DDR-Samisdat von den Anfängen in den 1960er Jahren bis zur Revolution 1989 werden ausgestellt und sind in Auszügen lesbar. Die wissenschaftliche Leitung hat Dr. Ehr-hart Neubert, die Gestaltung und Ausführung verantwortet Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen, Galerie in der Burg - Großbodungen. Nicht umsonst fürchten Diktatoren das freie Denken, ist es doch etwas, was ihre Herrschaft wirklich gefährden kann. In einer unabhängigen Öffentlichkeit wird dieses freie Denken kommuniziert und verbreitet. Der Samisdat in der DDR veröffentliche politische Nachrichten, berichtete über Menschenrechtsverletzungen, Verhaftungen oder andere Maßnahmen gegen Oppositionelle. Häufig wurde auch verbotenes philosophisches oder religiöses Gedankengut abgedruckt. Breiten Raum nahm die Verbreitung der von der Zensur unterdrückten Literatur ein. Die von Oppositionellen selbst erarbeiteten und herausgegebenen Werke (aus dem Russischen: samo – selbst, datj - herausgeben) zeigen in ihrer ganz eigenen Ästhetik die Breite des Geistesle-bens jenseits der Staatsideologie. Das Ministerium für Staatssicherheit bekämpfte den Samisdat als „gefährliche Machwerke“. Es gab Verbote, Geldstrafen, Beschlagnahmungen und Verhaftungen von Redakteuren. Häufig wurde Druck auf Kirchenleitungen ausgeübt, die die Produktion in kirchlichen Räumen verbieten sollten. Bärbel Bohley schrieb im Samisdat: „Wir können also noch Hoffnung haben, Hoffnung, dass wir unsere Sprache wieder finden.“ 1989 fanden die Menschen ihre Sprache. In den Friedensgebeten wurde ausgesprochen „was das Volk 40 Jahre runtergeschluckt hatte: es war eine Flut von Klagen und Anklagen, Verzweiflungen und Hoffnungen, Weinen und Schreien und persönlichen Schicksa-len" (Bernd Winkelmann). Und mit den unzähligen öffentlichen witzigen Losungen und Sprachspielen auf den Demonstrationen, auf Straßen und Plätzen kam die Sprachbefreiung. Wo Menschen die bindende Kraft gegenseitiger Versprechen und gegenseitigen Verstehens in eigene Worte fassten, entstand die neue Macht der Freiheit. Die Herrschenden wurden sprachlos und die zum Schweigen verurteilten Beherrschten wurden frei. Termine: Eröffnung: 5. Mai 2006, 19.30 Uhr, Programm der Eröffnung finden Sie unter der Rubrik "Veranstaltungen" Die Ausstellung ist bis zum 25. Juni 2006, Mi – So, 14 bis 18 Uhr in der Galerie in der Burg zu sehen. Ab 8. November 2006 im Thüringer Landtag Träger Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Thüringen Landeszentrale für politische Bildung Thüringen Galerie in der Burg, Großbodungen Stiftung Aufarbeitung, Berlin


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